St. Amandus Müddersheim

Der goldene Hahn

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Es begab sich zu einer Zeit, als in Müddersheim die Felder noch mit Ochsen gepflügt wurden und Pferdewagen  über sandige Straßen holperten. Als die Menschen in engen, kleinen Häusern aus Lehm und Fachwerk wohnten und am Sonntag festlich gekleidet in die Kirche gingen.

In dieser Zeit saß hoch oben auf der Kirchturmspitze ein Hahn. Wunderschön war er anzuschauen, wenn sich das Sonnenlicht in seinem goldenen Gefieder spiegelte, wenn er sich mit Leichtigkeit und Eleganz um seine eigene Achse drehte, weil der Wind seinen Schabernack mit ihm trieb. Die Müddersheimer waren stolz auf ihren Hahn und wussten dank ihm stets genau, woher der Wind blies. Und der Hahn liebte seine Müddersheimer und die herrliche Aussicht. Jedes noch so kleine Haus im Dorf konnte er von dort oben sehen und weit über Felder, Wiesen  und Wald hinausschauen.

So gingen die Jahre ins Land. Schon längst fuhren keine Pferdewagen mehr durchs Dorf  und auch kleine Fachwerkhäuser gab es kaum noch. Dafür brausten schnelle Autos auf glatten Straßen an Einfamilienhäusern mit hübschen  Vorgärten vorbei. Der Kirchplatz war meist leer, kein Kinderlachen weit und breit und sonntags läuteten die Glocken nur noch selten zum Gottesdienst.

Wen wundert´s da, dass der Hahn hoch oben auf der Kirchturmspitze kaum noch beachtet wurde. Schließlich waren die Müddersheimer  immer geschäftig und sehr in Eile und hatten keine Zeit, den Blick zu heben, um nach ihrem Hahn zu schauen.

Und so bemerkte auch niemand, dass es dem stattlichen Hahn von einst schon seit längerer Zeit gar nicht gut ging.  Vom Wind zerrupft, die Federn stumpf, drehte er sich nur noch langsam und laut quietschend auf der Kirchturmspitze.

Der Hahn wurde trauriger und trauriger und hatte schon beinah  alle Hoffnung verloren, als es eines Tages sehr laut wurde unter ihm. Große, schwere Autos und ein Kran rumpelten über den Kirchplatz. Kräftige Männer luden viele Stangen und Bretter ab und verkleideten damit die Kirche rundherum. Der Hahn war sehr aufgeregt, wusste er doch nicht, was all das zu bedeuten hatte.  Und während er noch darüber nachdachte, standen  plötzlich zwei entschlossen dreinblickende Männer vor ihm, nahmen ihn kurzerhand unter den Arm und trugen ihn hinab.

Unten auf dem Kirchplatz warteten bereits mehrere Dorfbewohner auf den Hahn und als sie ihn so aus nächster Nähe sahen, waren sie erschrocken über seinen jämmerlichen Zustand. Da gab es kein langes Zögern. Schnell waren sich alle einig, hier musste etwas geschehen.

Und so kam der alte zerrupfte, von der Zeit gezeichnete Hahn in eine Kirchturmhahn- Spezialwerkstatt. Dort konnte er sich erholen, bekam wieder Blei auf die Brust, wurde geputzt und gerubbelt und schließlich über und über mit Gold bedeckt.

Da erstrahlte der Müddersheimer Hahn wieder in altem Glanze und sah so wunderschön aus, dass er sich selbst im Spiegel kaum wiedererkannte und allen, die ihn sahen, blieb der Mund vor Staunen offen stehen.  

Seitdem dreht er sich wieder Tag und Nacht fröhlich auf der Kirchturmspitze mit dem Wind um die Wette und wenn ihn die Sonnenstrahlen treffen, glitzert und glänzt sein goldenes Gefieder. Und im Dorf erzählt man sich, dass seither wieder so manch Müddersheimer hoch oben zur Kirchturmspitze schaut, um sich vom Hahn sagen zu lassen, woher der Wind bläst.

 

 

Kreuzweg Prozession 2015 auf der Burg Müddersheim

  • Kreuzweg auf Burg Müddersheim 2015
  • Kreuzweg auf Burg Müddersheim 2015

Möschem kütt zosamme!

Am 13. September 2014 feiern wir in unserem Dorf den Sommerausklang.

Rund um den Kirchplatz findet ab 13:30 Uhr ein buntes Programm statt, das für Groß und Klein, Alt und Jung viele Überraschungen bietet. Unsere Jugend wird gefordert in Geschicklichkeit, Kreativität und Teamgeist und auch die Kleinsten unseres Dorfes können zeigen, was in ihnen steckt. 

Für das leibliche Wohl ist an dem Tag bestens gesorgt - süß oder herzhaft, knusprig oder zart, Fleischfreund oder Vegetarier – für jeden ist etwas dabei. Und - ob uriges Kölsch vom Fass oder stilvoll an der Sixties Bar – keiner wird auf dem Trockenen sitzen. 

Wenn es dann dunkel wird, entführen uns die prominent brillanten „Rheinsirenen“ in die Welt des Films und heizen uns musikalisch kräftig ein. Nostalgische Klassiker der Ufa-Zeit finden sich ebenso in ihrem Programm, wie Musik aus bekannten Fernsehserien und großen Kinofilmen.

Seit vielen Wochen wird dieser Tag von Mitgliedern aller Vereine und „vereinsfreien“ Bewohnern mit Leidenschaft und Herzblut vorbereitet. Umso größer wäre die Freude, wenn an dem Tag 755 Müddersheimer den Weg zum Dorfmittelpunkt finden würden. Lasst uns miteinander feiern und zeigen, dass Müddersheim ein lebendiges Dorf ist, in dem es Freude macht, zu leben! 

Herzlichst

das Organisationsteam

 

Da die gesamte Veranstaltung aus Spenden und Tageseinnahmen finanziert wird, freuen wir uns über jeden Betrag. Barspenden bitte bei Frau Monika Becker, Heidegasse 22 abgeben, Überweisungen bitte auf folgendes Konto: Stichwort: Dorffest, Sparkasse Düren, IBAN DE 23395501101200472569, BIC SDUEDE 33XXX. Spendenquittungen sind selbstverständlich erhältlich.

  • Möschem kütt zosamme
  • Plakat - Dorffest
  • Rheinsirenen

Kreuzweg Prozession auf der Burg Müddersheim

Österliche Senioren Kaffee- und Spielrunde

Am 2. April trafen sich 12 fröhliche Senioren zur monatlichen Kaffee- und Spielrunde. Das Besondere an diesem Tag war die Einstimmung auf die kommende Osterzeit. Lucy Hauke, Theodora Rüttgers und Hedi Neumann hatten mit viel Engagement und Leidenschaft eine österliche Kaffeetafel gedeckt. Nach leckerem Pflaumenkuchen oder- für die „Herzhaften“ unter den Senioren - belegten Brötchen, ging es an die Spieltische.

Während sich die Damen bei Karten- oder Brettspielen amüsierten, diskutierten die Herren über die aktuellen Ereignisse in Müddersheim und der Welt. Zur Erinnerung an den heiteren und sehr kommunikativen Nachmittag bekam jeder Anwesende  eine, mit Schokoladeneiern gefüllte Osterkanne geschenkt. Ein großes Dankeschön an das muntere Organisations-Team!

Karnevalsbegeisterte Seniorinnen und Senioren

Senioren Karneval 2014

Am 5. Februar war es soweit - alle Jahre wieder lud der Seniorentreff karnevalsbegeisterte Seniorinnen und Senioren zu einem närrischen Nachmittag ein. Bunt kostümiert besetzten 15 erfahrene Karnevalsjecken das Müddersheimer Pfarrheim. Bei Karnevalsmusik wurde gesungen, geschunkelt, gelacht und für das leibliche Wohl sorgten Kuchen und leckere Schnittchen. Ein Highlight des Nachmittags war unbestritten der Auftritt von Marga Friesdorf und Klaus Minten, der in der Runde für viel Gelächter sorgte.  

Die Stimmung erreichte ihren Höhepunkt, als das Dreigestirn, begleitet von  Elferrat, Funken und Blauröcken, einmarschierte. Mit lautem Alaaf wurden sie von den Senioren willkommen geheißen.

Nachdem Prinz, Bauer und Jungfrau ihre Rede an das närrische Volk gehalten und die kleinen Funken getanzt hatten, verlieh der Präsident des Elferrates Hans-Hubert Sons den Karnevalsorden 2014. In diesem Jahr wurden damit die zweitältesten Senioren des Dorfes Frau Münchhalfen und Herr Feider geehrt.

Es war ein fröhlicher Nachmittag voller Überraschungen und dafür geht ein besonderes Dankeschön an die Organisatorinnen Lucy Hauke, Theodora Rüttgers und Hedi Neumann.

  • Senioren Karneval 2014
  • Senioren Karneval 2014
  • Senioren Karneval 2014
  • Senioren Karneval 2014

JIM Müllsammelaktion

JIM Müllsammelaktion

Der Arbeitskreis JIM (Jugend in Müddersheim) veranstaltete am 15.März seine alljährliche Müllsammelaktion. Unter Leitung von Käthi Hamacher und Mithilfe von Ruth Lauterbach-Stassak, Frank Hergert und Antonius v. Geyr trafen sich am vergangenen Samstag 9 Kinder und Jugendliche aus Müddersheim, sowie 2 Jugendlichen aus Gladbach und Lüxheim. In 3  Stunden sammelten sie sage und schreibe 360 kg Müll, den rücksichtslose Mitmenschen an Wegränder und Straßen um Müddersheim geworfen hatten.

Häufig mussten dabei Flaschen, Dosen, Zigarettenschachteln und Fast Food Behälter, ja sogar Reifen, mühsam aus Dornen und Sträuchern herausgeangelt werden.

Trotz des nicht so optimalen Wetters war jeder mit Feuereifer dabei. Zur Stärkung  gab es danach im JIM-Haus eine köstliche, von Rainer von Laufenberg gespendete Suppe und selbstgebackenen Kuchen. Obwohl alle Beteiligten an dem Tag viel Spaß miteinander hatten, wünschten sie sich dennoch, dass sowohl Einwohner wie auch Besucher des Dorfes zukünftig achtsamer mit ihrem Müll umgingen und ihn nicht einfach in der Landschaft entsorgten. Schließlich gäbe es statt Müllsammeln, viele andere sinnvolle Möglichkeiten, um Müddersheim zu verschönern.

Orjelspiefe Alaaf

Orjelspiefe  Alaaf

Dank einer kühnen Idee von Antonius von Geyr und Klaus Minten beteiligte sich in diesem Jahr auch der Förderkreis aktiv am närrischen Treiben in Müddersheim.

8 mutige Jecken, Katharina und Klaus Minten, Irene und Helmut Stupp, Angelika Kurth, Heinz Dehling, Liane Streblow und Antonius v. Geyr fanden sich zusammen und wurden schnell einig über Motto und Kostüm. „De Orjelspiefe“ sollten es sein, in edlem Gewand. (Übersetzung für Nicht-Rheinländer: die Orgelpfeifen)

Schnell waren alle notwendigen Materialien für die Kostüme besorgt und schon wurde in mehreren Treffen gebastelt, genäht, getrunken, geschunkelt und gelacht. Der Wagen bereitete da schon größeres Kopfzerbrechen, denn die Vorgaben vom Straßenverkehrsamt waren überaus streng. Doch nach mehreren Telefonaten und Amtsgängen war es dann soweit: „De Orjelspiefe“ bekamen ihren Rasentraktor als Zugfahrzeug genehmigt. Vermutlich der einzige Rasentraktor in NRW mit Spezial-Haftpflichtversicherung für Umzüge. Der Wagenbau konnte beginnen und so wurde gesägt, gehämmert, gefaltet, getackert und natürlich auch wieder gesittet getrunken. Hans Sons stand als Fachmann für alle Fragen rund um den Karnevalszug beständig mit Rat und Tat zur Seite. Das Ergebnis konnte sich sehen lassen - ein Traum in schwarz, rot, weiß mit Rosen, Schirm und Luftballons.

Am Karnevalssonntag war es dann endlich soweit. Bei strahlendem Sonnenschein und frühlingshaften Temperaturen tanzten und sangen „De Orjelspiefe“ gemeinsam mit vielen anderen Jecken durch Müddersheim. Einheimische und Gäste jubelten dem Zug zu und wurden dafür reich mit Kamelle belohnt. Für ihre Ausstattung bekamen „De Orjelspiefe“ viel Lob und Bewunderung.

Erschöpft und fröhlich klang der Tag im Dorfgemeinschaftshaus aus und alle waren sich einig: Nächstes Johr sin mer wedde dobei – und dann hoffentlich in noch größerer Besetzung.

Süßes, Lachen und gute Taten

Der Nikolaus ist da und Sandro Felten hält stolz den Bischofsstab

Nikolaus im Pfarrheim von St. Amandus

In St. Amandus ist es seit einigen Jahren beliebte Tradition, den Nikolaus zu empfangen. So stürmten auch am 08. Dezember 2013 20 Kinder aus Müddersheim und Umgebung mit ihren Eltern das weihnachtlich geschmückte Pfarrheim. Binnen kürzester Zeit war der Raum erfüllt von fröhlichen Stimmen und Kinderlachen.

Das ganze Pfarrheim duftete nach Glühwein, Kakao und Stollen. Das Highlight jedoch waren zwei riesige Weckmänner, gebacken von Klaus Minten. Während Heinz Siepen am Harmonium musikalisch für die weihnachtliche Einstimmung sorgte, kümmerten sich vier Damen des Förderkreises liebevoll um das leibliche Wohl der kleinen und großen Gäste.

Bis zur Ankunft des Nikolaus wurden dann gemeinsam weihnachtliche Lieder gesungen und Geschichten vorgelesen. Simone Watt und Liane Streblow erzählten vom heiligen Nikolaus, lüfteten das Geheimnis, warum an Weihnachten auf rätselhafte Weise die Süßigkeiten verschwinden und berichteten von Petterson und Findus, die Weihnachten mal ganz anders feierten.

Um 17:00 Uhr war es dann endlich so weit. Polternd betrat ein beeindruckender Nikolaus den Raum, setzte sich auf einen Stuhl, umringt von Kindern. Eins nach dem anderen bat er zu sich und las aus seinem goldenen Buch vor, welch guten Taten die Kinder im vergangenen Jahr vollbracht haben. Bei manch einem hob er auch mahnend den Finger und erinnerte daran, was zukünftig noch zu verbessern sei. Beschenkt mit vielen Süßigkeiten verabschiedeten die Kinder den Nikolaus lautstark mit dem Lied „In der Weihnachtsbäckerei“.

Am Ende waren sich Kinder, Eltern und die Mitglieder des Förderkreises einig: Die Nikolausfeier war auch in diesem Jahr wieder ein schönes und feierliches Erlebnis.

Herzlicher Dank gilt besonders dem Organisationsteam Katharina & Klaus Minten und Irene Stupp

Von der gefräßigen Weihnachtsmaus erzählt Liane Streblow
Von der gefräßigen Weihnachtsmaus erzählt Liane Streblow
Simone Watt berichtet vom heiligen Nikolaus aus Myra
Simone Watt berichtet vom heiligen Nikolaus aus Myra
Mit großen Augen lauschen die Kinder den Worten des Nikolaus
Mit großen Augen lauschen die Kinder den Worten des Nikolaus
Haben für Speis und Trank gesorgt: v.l.n.r. Angelika Kurth, Theodora Rüttgers, Irene Stupp und Katharina Minten
Haben für Speis und Trank gesorgt: v.l.n.r. Angelika Kurth, Theodora Rüttgers, Irene Stupp und Katharina Minten

Bethlehem ist auch in Müddersheim

Hans-Hubert Sons

„Als ich 5 Jahre alt war, nahm ich sie zum ersten Mal bewusst wahr. Da standen sie - aus Ton gebrannt, mit farbenfroher Bemalung und viel größer als die kleinen Holzfiguren bei uns zu Hause in der Krippe. Danach war es für mich jedes Mal ein ganz besonderes und aufregendes Ereignis, wenn ich an Weihnachten als kleiner Junge an der Hand meiner Eltern in die Kirche ging. Später begegnete ich ihnen auch außerhalb der Weihnachtszeit. Immer dann, wenn wir als Messdiener die lateinische Liturgie im Keller des Pfarrhauses probten. Aufgereiht wie die Zinnsoldaten standen sie im Regal, vom Pastor behütet wie sein Augapfel. An diesem sicheren Ort überlebten die Krippenfiguren dann auch den II. Weltkrieg unbeschadet.“, erinnert sich Hans-Hubert Sons, Mitglied des St. Amandus Förderkreises in Müddersheim.

Katharina & Helmut

Viele Jahre gingen seitdem ins Land und die Krippenfiguren taten treue Dienste in jeder Weihnachtszeit. Wen wundert’s, dass sie dabei die ein oder andere Blessur davontrugen. Verblichene Gewänder, angestoßene Nasen oder Risse im Sockel veranlassten die Mitglieder des Förderkreises, eine gründliche Restaurierung zu erwägen. Doch Restaurierungsarbeiten haben ihren Preis und so wurde erst einmal selbst Hand angelegt. Kurzentschlossen nahmen die Mitglieder des Förderkreises Maria, Josef, Schaf & co unter den Arm und reinigten sie zuhause mit Wattetupfer und Firnisentferner.

 

Vom Staub der letzten Jahre befreit, kamen einige dann in die künstlerischen Hände von Restauratorin Neli Yoncheva. Akribisch beseitigte sie Schadstellen und korrigierte mit viel Sachverstand und Fingerspitzengefühl verblichene Farben. Für die Restaurierung aller Figuren reichen derzeit leider die finanziellen Mittel des Förderkreises nicht. Umso größer wäre die Freude, wenn sich noch mehr Paten für Figuren fänden, die bereit wären, die Restaurierungskosten zu übernehmen. Die Kosten für die jeweiligen Figuren werden mündlich abgesprochen.

Neli Yontcheva

Doch nicht nur den Krippenfiguren sieht man die Zeichen der Zeit an, sondern auch der dazugehörigen Krippe. Vor knapp 15 Jahren in liebevoller Handarbeit von Josef Schäfer und Bernhard Butz erbaut, war sie in die Jahre gekommen und so entstand im Förderkreis der Gedanke, auch der Krippe mal ein neues Gesicht zu geben. Das Krippenbau-Team des Förderkreises um Helmut Stupp, Hans-Hubert Sons, Josef Schäfer, Heinrich Schafran, Arno Paffendorf und Klaus Minten dachte fortan darüber nach, wie man Stall und Krippenlandschaft neu gestalten könnte. Ideen gab es viele, doch konkret wurde es erst, als sie durch Vermittlung der Mitglieder des Förderkreises Margarete Holter und Peter Mehrlein, Ezzat Moussa kennen lernten. Der gebürtige Ägypter lebt seit 36 Jahren in Zülpich und arbeitete als Architekt. Im Ruhestand entdeckte Moussa seine Leidenschaft für die bildende Kunst und widmete sich der Landschaftsmalerei, schuf Porträts und Ikonen. Bekannt jedoch wurde er vor allem durch seine imposanten Krippenbilder, die in den Kirchen von Hoven, Sinzenich und in der Klosterkirche Marienborn zu bewundern sind.

Ezzat Moussa

Eigentlich wollte Moussa diese Ära seines Schaffens beenden und sich verstärkt der Ikonenmalerei zuwenden. Doch das Anliegen der Müddersheimer war so ungewöhnlich, dass es nicht lange brauchte, um ihn für das Projekt zu gewinnen. Waren Moussas Krippenbilder bisher imaginäre Wüstenlandschaften, angelehnt an die biblische Geschichte, sollte die heilige Familie diesmal in Müddersheim angesiedelt sein. „Die Geburt Jesu ist nicht an einen bestimmten Ort gebunden, sie ist allgegenwärtig und damit auch hier in unserem direkten Umfeld beheimatet.“, so Antonius von Geyr, Vorsitzender des Förderkreises.

Krysztof Gajda

Diese unkonventionelle Sichtweise interessierte den Künstler und so traf er sich mehrmals mit dem Krippenbau-Team. Gemeinsam planten sie die Konstruktion des Krippenbildes und dessen Positionierung in der Kirche. Für die bildnerische Gestaltung stellte der Förderkreis Fotografien von geschichtsträchtigen Häusern des Dorfes zur Verfügung. Doch bevor Moussa den ersten Pinselstrich wagen konnte, kam noch ein anderer Künstler zum Zuge - Krzysztof Gajda. Der talentierte Schreinermeister war bereits in der Vergangenheit, wie auch Neli Yoncheva, an der Restaurierung des Altares in St. Amandus beteiligt. Nach den Entwürfen von Moussa baute er nun die dreiteilige Bildwand und die neue Herberge für die heilige Familie aus Müddersheimer Birkenholz.

Im Juli 2012, nach einer mehr als einjährigen Vorbereitungs- und Planungsphase, war es dann endlich soweit - Ezzat Moussa konnte mit seiner Arbeit beginnen. In rund 250 ehrenamtlichen Stunden entstand auf einer Fläche von 3,70m mal 3,30m eine Müddersheimer Landschaft in Acryl. Darauf angesprochen, strahlt Ezzat Moussa und berichtet begeistert von seinem Schaffensprozess. Dass das großformatige Bild monatelang das heimische Wohnzimmer blockierte, nahm seine Ehefrau Katharina gelassen hin. Mit einem Augenzwinkern erzählt sie, dass sie sich freue, wenn ihr Mann beschäftigt sei und in seiner künstlerischen Arbeit Erfüllung fände.

Noch steht das Krippenbild an einem sicheren Ort und wartet darauf, zusammen mit seinen Figuren in der Müddersheimer Kirche einen würdigen Platz zu finden. Am 22. Dezember um 17:00 Uhr ist es dann soweit. Mit einem weihnachtlichen Orgelkonzert wird die Krippe von St.Amandus feierlich der Öffentlichkeit vorgestellt. Und hoffentlich ergeht es dann vielen Kindern so wie damals dem kleinen Hans, der sich auf die Weihnachtszeit freute und an der Hand seiner Eltern mit leuchtenden Augen staunend vor der Müddersheimer Krippe stand.

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